Bibel lesen

Zum ungefähr 375. Mal habe ich einen Anlauf genommen, die Bibel durchzulesen. Es gibt da diverse Pläne, die einem das erleichtern sollen. Doch ich merke jedes Mal wieder: Das funktioniert nicht für mich. Ich bleibe hängen, weil da so viel drin steckt. Oder ich bin im Verzug, das schlechte Gewissen mahnt mich, die empfohlenen Kapitel zu lesen. In mir entsteht Druck, zusätzlich zu all dem anderen, was ich zu erledigen habe, kein gutes Gefühl. Ja, es wäre eine gute Idee, dieses Buch systematischer zu lesen, als ich es tue. Aber muss das in einem Jahr sein? Und: Bin ich dann noch offen für spontane Eingebungen, für Texte, die ich einfach lesen muss, weil Gott selbst sie mir durch seinen Geist ans Herz legt? Aus diesen Überlegungen heraus, ist heute morgen dieses hier entstanden:

do all thingswith love(1)Ja, so soll es weiterhin sein. Mal mit, mal ohne Plan, aber immer eine Entdeckungsreise!

Ich freue mich über dein Wort wie jemand,
der einen großen Schatz findet.

(Psalm 119: 62)

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Gottes Zeitplan

Das Leben mit Gott ist spannend. Mein Leben mit Gott, seit ich angefangen habe, ihn mehr und mehr zu erkennen, seine Stimme zu hören, ist spannend. Seit ich meine bisherige Arbeit vor vier Jahren gekündigt habe, um etwas Neues zu beginnen, wurden mir viele Steine in den Weg gelegt. Ein Jahr Arbeitslosigkeit, die ich nach anfänglichem Missbehagen, genoss – und in der ich anfing, zu entdecken, was mir außer Arbeit auch noch Spaß macht. Unwichtig? Nein, es war für mich, die ich jahrzehntelang so hart gearbeitet hatte, dass ich am Rande des Burnouts landete, bitter nötig.

Dann eine Stelle, die mir schon im Vorfeld Magenschmerzen bereitete. Es war ein Irrweg, es war eine Stelle, die ich nicht hätte antreten sollen, aber ich tat es trotzdem. Immerhin hatte ich dann den Mut, die Stelle wieder zu kündigen.

uhr_300x255Danach mehrere Stellen, Positives, Negatives, noch mal vier Monate unerwartete Arbeitslosigkeit, die dazu führte, dass sich die Zeit meiner Ausbildung nach hinten verlängerte. Ich haderte damit.

Und nun die Erkenntnis: Es passt alles wunderbar zusammen! Der Weg, den ich gegangen bin, war die perfekte Vorbereitung auf das, was nun vor mir liegt, ja, er hat mir letztlich geholfen, meinen Weg zu erkennen.

Dass dieser Weg für mich richtig ist, war mir, außer in einem kurzen Moment, immer klar. Irgendwann habe ich es verstanden, dass der Teufel nicht zuschaut, wenn ein Mensch anfängt, seine Berufung zu leben, zu leben, was Gott in ihn hinein gelegt hat.

Wie sagte Josef? „Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat daraus Gutes entstehen lassen.“ (1. Mose 50: 20 – HfA)

Gottes Zeitplan ist perfekt. Gottes Wege sind perfekt. Und er kann auch die Irrwege, die wir gehen, positiv einbauen in seinen guten Plan.

Such zuerst Gottes Herz

Vorletzte Nacht wurde ich wach und hatte das Wort „Focus“ im Kopf. Da ich nicht weiter schlafen konnte, stand ich auf und machte mir ein paar Gedanken dazu. Lauter kleine und große „Focusse“ in vielen verschiedenen Bereichen. Ich ging wieder zu Bett, schlief ein wenig, wachte wieder auf und hörte Gottes Stimme: „So hab ich das nicht gemeint!“ Wir kamen ins Gespräch, und ich verstand, was er mir sagen wollte. Zuerst ER und dann all das andere, das mir im Moment über den Kopf wachsen will.

Am nächsten Morgen wollte ich die Gedanken der Nacht zu Papier bringen. Ich hatte einen passenden Bibelvers dazu im Kopf – und den wollte ich dazu schreiben. Ich schrieb. Und als ich hinschaute, stellte ich fest, dass ich etwas anderes geschrieben hatte. Ich wollte schon das Tipp-Ex nehmen, da merkte ich mit einem Mal, wie besonders das war, das ich aufgeschrieben hatte: „Trachtet zuerst nach Gottes Herz.“ Es sagte irgendwie soviel mehr aus und berührte mein Herz.

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Sein Herz schlägt für Dich!
Sein Herz liebt Dich!
Sein Herz will Dich!
Sein Herz schlägt höher, wenn er Dich sieht!
Sein Herz freut sich, wenn du Dich freust,
und es ist Dir tröstend zugetan,
wenn Du traurig bist.
Sein Herz schlägt auch dann für Dich,
wenn Du Dich selbst nicht leiden kannst
und enttäuscht über Dich selbst bist.
Sein Herz flüstert Dir in den
unmöglichsten Situationen zu:
Ich hab Dich lieb!“

 

Ich staune mal wieder: Was für ein Gott! Von seinem Herzen her ordnet sich alles.

Die Sehnsucht in mir

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Ich lese gerade einen Roman „Die Honigtöchter“. Die Hauptperson des Romans ist eine junge Frau, ständig unterwegs, auf der Suche, auf der Flucht – es ist beides zugleich. Dann kommt sie an den Ort, wo sie spürt, hier ist sie zu Hause, sie ist angekommen, muss nicht mehr fliehen. Es ist bunt dort in dem kleinen Ort in Sardinien, die Menschen dort sind so, wie Menschen nun mal sind, manche offen, manche verschlossen, manche freundlich, manche feindselig. Es ist vor allem die Landschaft, die sie in den Bann zieht, und natürlich sind es die Bienenvölker in dieser noch recht heilen Gegend, denn sie war schon als kleines Kind fasziniert von diesen Tieren – und hat dies zu ihrem Beruf gemacht. Sie findet dort Freunde, eine Aufgabe und wird sesshaft. Sie spürt, dass das Leben, das sie nun führt, „ihre Seele nährt“, sie ist lebendig wie nie zuvor.

Der Schreibstil und der Inhalt des Buches weckt in mir eine alte Sehnsucht, Träume, die ich vor mehr als 30 Jahren hatte und die dann durch die Umstände in Vergessenheit gerieten. Jetzt sind sie so präsent wie damals. Ich habe beschlossen, dass ich diese Sehnsucht jetzt endlich ernst nehmen werde. Ich spüre, dass ich das tun muss, denn ich kenne den, der diese Sehnsucht in mein Herz gelegt hat: Gott hat sich etwas dabei gedacht, das er mich genauso und nicht anders gemacht hat.

Ich habe keine Ahnung, wie es werden wird, und bin sehr gespannt, wohin meine Reise geht!

 

Für alles danken?

Eine Virusinfektion hat mich seit mehr als einer Woche mal mehr, mal weniger fest im Griff. Bis jetzt konnte ich das als „Auszeit“ sehen, es ging mir damit dabei gut. Nun ist es seit gestern Abend wieder schlimmer … und ich merke, dass ich ärgerlich werde! Meine Arbeit macht mir richtig viel Spaß – und nun hänge ich zu Hause und im Bett rum, fühle mich schlapp und krank und denke: Welchen Grund zur Dankbarkeit kann ich denn heute in mein Projekt „365 Tage Dankbarkeit“ schreiben?

„Dankt Gott, dem Vater, immer und für alles“ (Epheser 5: 20 NGÜ) fällt mir ein – und es fällt mir unendlich schwer – ich will nicht mehr, ich will fit und gesund sein, ich will Auszeiten so nutzen, wie ich es will und nicht wie ich es muss, weil mein Körper keine Kraft hat. Ich möchte raus in die Natur oder einen Stadtbummel machen, mich mit Freunden treffen, tanzen … Und es gibt Dinge, die ich sollte – für meine bevorstehende Prüfung lernen, Ausarbeitungen schreiben, doch mein Kopf schafft das nicht oder nur bedingt.

Ich motze vor mich hin und sage Gott, dass ich keine Lust habe und dass ich lieber von Herzen danke sagen will und nicht aus einem Pflichtgefühl heraus, weil sich das so gehört als Christ – und es fällt mir ein weiterer Vers ein, den ich mal etwas umgeschrieben habe, so dass er singbar ist, es ist Römer 8: 28, ein Vers, der oft als „Totschlag-Vers“ benutzt wird, der aber, wenn er von Gott persönlich kommt, so unendlich viel in sich birgt:

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„Alles dient zu meinem Wohl,
weil mein Gott mich liebt!“

 

Das ist gut! Er liebt mich. Er hat die Krankheit nicht erschaffen, ich glaube, ihm gefällt es auch nicht. Aber er wird für mich was Gutes daraus machen. Wenn ich dahin komme, das zu glauben, geht es mir gut!

Und ich merke, das passt perfekt zu dem, was ich heute morgen gelesen habe:

„Lernt in einer neuen Weise zu denken,
damit ihr verändert werdet.“
(Römer 12: 2)

Okay, ich richte meinen Sinn auf das, was ER mir versprochen hat. Ich tu’s einfach. Weil ich weiß, dass er mich liebt. Unendlich liebt.

Leben unter Gottes Blick

Ich bin ein Mensch, der viel Anerkennung braucht. Anerkennung beflügelt mich. Ein ermutigender Blick, ein Lob – und ich blühe auf. Doch leider erlebe ich, dass das, was ich gut mache, als selbstverständlich hingenommen wird. Ein Fehler hingegen wird bemerkt und kritisiert. Das bewirkt, dass meine Motivation immer mehr sinkt und ich das Gefühl habe, keine Reserven mehr zu haben, weil nebenher auch mein innerer Kritiker sehr aktiv ist. D. h. zu der Kritik, die ich mir selbst entgegenbringe, kommt die Kritik meiner Mitmenschen.

Heute morgen habe ich mal wieder mit Gott darüber gesprochen. Er meinte, ich solle mir selbst mehr Anerkennung entgegenbringen und IHN fragen, was er über mich denkt. Zu dem, was ER über mich denkt, meinte ich, dass er ja nicht neutral sei. Zudem bin ich mir nicht immer sicher, ob das, was ich von ihm höre, wirklich von ihm kommt oder vielleicht Wunschgedanken sind. Die Antwort darauf, war mal wieder krass. Ich gebe sie in Auszügen wieder:

„Das stimmt, ich bin nicht neutral, ich bin für dich. Ich bin begeistert von dir. Ich liebe dich, und ich gebe dir, was du brauchst. Heute, morgen, immer. Jeden Tag. Tu die Dinge für mich. Ich sehe deine Sehnsucht nach Anerkennung, nach Liebe, nach Willkommensein. Lass mich deine Quelle sein.“

Das war mal wieder typisch Gott. Ich hatte sofort die dazu passende Bibelstelle im Kopf.

„Wenn Gott für mich ist, wer kann da gegen mich sein?“
(Römer 8: 31)

365 Tage Dankbarkeit

„Dankbarkeit ändert die Blickrichtung des Herzens.“ (Michel de Montaigne)

Weil ich das genauso immer wieder erlebe, habe ich hier eine Dankbarkeits-Seite installiert. An dieser Stelle möchte ich jeden Tag einen Aspekt des vergangenen Tages heraus greifen, für den ich besonders dankbar bin. Es wird ein Gesichtspunkt unter vielen sein. Wenn du magst, schau ab und an vorbei – und nimm es als Anregung für deinen eigenen Dank an Gott!

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